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Sagrada Familia
Santa Rosa, Chile
Mitte der 1990er Jahre beschlossen 26 Familien aus Santa Rosa und Primavera gemeinsam für die Vermarktung und Verarbeitung ihrer Traubenernte zu sorgen. Deshalb gründeten sie 1997 einen Verein, der unter dem Namen „Sociedad Vitivinicola de Sagrada Familia“ offiziell eingetragen ist und demokratische Strukturen aufweist. Oberstes Entscheidungsgremium ist die Generalversammlung aller Mitglieder. Jedes Mitglied hat – unabhängig von seinen Anteilsscheinen – Anrecht auf eine Stimme; die Verwendung der Gewinne wird gemeinsam erörtert; ein Teil davon kommt den einzelnen Mitgliedern zugute, der Rest wird für kollektive Belange benutzt.
Der Vereinigung, die den Wein zur Zeit nicht selber keltern kann aber trotzdem einen möglichst hohen Mehrwert erzielen möchte, ist es gelungen, mit dem Weinbetrieb Astaburuaga ein für den chilenischen Weinsektor aussergewöhnliches Preisabkommen auszuhandeln, bei dem alle Parteien auf ihre Kosten kommen. So erhalten die Bauern im Januar und Februar Vorfinanzierungen, ferner kommt ein Teil des Mehrpreises, den das Fertigprodukt erwirtschaftet, auch den Bauern zugute.
Sagrada Familia bietet mehrere Weiss- und Rotweinsorten an, darunter den verschiedentlich preisgekrönten roten „Lautaro“. Der Name geht auf den legendären Mapuche-Häuptling zurück, der sich im 16. Jahrhundert gegen die spanischen Eindringlinge heldenhaft zur Wehr setzte, doch schliesslich sein Leben verlor.

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