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Sem Terra, Brasilien

Sem Terra, Brasilien

Sem Terra
Curitiba, Brasilien

In Brasilien, dem grössten Staat Lateinamerikas, gehört fast die Hälfte der nutzbaren Flächen rund 20 Grossgrundbesitzern und Konzernen. Dagegen verfügen schätzungsweise 5 Millionen Familien über wenig oder gar kein Land. Gleichzeitig liegen rund 166 Millionen Hektaren – 44% der Agrarfläche – brach; häufig dienen sie ihren Eigentümern lediglich als Spekulationsobjekte. Laut der Verfassung könnten sie freilich gegen Entschädigung enteignet und an die Landlosen verteilt werden.

Seit den 70er Jahren setzen sich deshalb unzählige landlose Familien und ihre Verbündeten für eine radikale Agrarreform ein. Die Gruppe, die den grössten Zulauf erfuhr und im Lauf der Zeit zur stärksten Organisation heranwuchs, ist die „Bewegung der LandarbeiterInnen ohne Boden“ (portugiesisch Movimiento dos Trabahadores Rurais Sem Terra, abgekürzt Movimiento Sem Terra, MST), deren offizielle Gründung 1984 erfolgte. Inzwischen steht MST für gewaltlose Landbesetzungen, Massendemonstrationen und soziale Veränderungen, die weltweit als wegweisend gelten. Die Besetzungen erfolgen auf relativ einfache Weise: Die Landlosen schlagen ihre Zelte auf einer Brache auf, bewirtschaften diese und bauen eine erste Infrastruktur auf; gleichzeitig versuchen sie, mit den Behörden die Legalisierung auszuhandeln. Trotz vielfach blutigen Konfrontationen mit den Grossgrundbesitzern sowie mit der lokalen Polizei hält MST am Prinzip der Gewaltlosigkeit fest – wofür die Bewegung 1991 den Alternativen Nobelpreis erhielt.

Sem Terra produziert:

Mate Tee




 

 

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